Unentschieden zum Jahresauftakt

20. Spieltag

TuS Oberwinter – SG 2000 Mülheim-Kärlich 1:1 (0:1)

0:1 Jeremy Heyer (19.)
1:1 Mirco Koll (55.)

Aufstellung SG:

Auswechselungen
78. P. Aretz für Ternes
83. Aga für Kuhn

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Oberwinter holt gegen Mülheim-Kärlich zumindest einen Punkt für die Moral

Der TuS Oberwinter tritt auch nach der Winterpause im Tabellenkeller der Fußball-Rheinlandliga auf der Stelle. Das 1:1 (0:1) im Nachholspiel gegen die SG Mülheim-Kärlich brachte nicht den erhofften Befreiungsschlag, immerhin gab es aber auch keine Niederlage. Ein Punkt für die Moral.

„Wir sind sehr unglücklich in Rückstand geraten, den Freistoß würde sonst keiner pfeifen“, meinte TuS-Trainer Tomas Lopez. Nicht nur bei ihm regten sich Zweifel, ob der indirekte Freistoß, den Jeremy Heyer zur Mülheim-Kärlicher Führung verwandelte (19.), wirklich berechtigt gewesen war. Schiedsrichter Ingo Kreutz hatte auf irreguläre Rückgabe von Thomas Enke zu seinem Torwart Benjamin Kauert und damit auf indirekten Freistoß im Strafraum des TuS Oberwinter entschieden. „Das war niemals ein Rückpass“, so Lopez. In der Tat hatte es so ausgesehen, als ob der Ball Enke nach einer Abwehraktion von Kauert aus kurzer Distanz nur ans Standbein gesprungen und dann wieder zu Kauert zurückgekullert sei.

Richtig zufrieden war auch SG-Trainer Patrick Wagner-Galda nicht: „Wir waren in der ersten Halbzeit besser und haben verdient geführt. Nach der Pause waren wir aber gar nicht da. Mit vielen Fehlern haben wir uns selbst in die Bredouille gebracht. Jetzt müssen wir mit dem Punk leben.“ Bei Minustemperaturen und vor nur 45 Zuschauern stellte Mülheim-Kärlich zu Beginn das bessere Team. Die Gäste agierten griffiger in den Zweikämpfen, handlungsschneller im Umschaltspiel und gefährlicher über die Flügel. Für die erste gefährliche Szene sorgte aber Oberwinter. Sebastian Sonntag bediente am Strafraum Paul Gemein, dessen Schuss denkbar knapp am Mülheim-Kärlicher Tor vorbeistrich (9.).

Auf der Gegenseite bediente Daniel Aretz – den überaus agilen Spielgestalter bekam die Defensive des TuS nie in den Griff – im Strafraum den frei stehenden Niclas Kuhn, der aus kurzer Distanz vergab (12.). Mülheim-Kärlich gab auch weiterhin den Ton an. Dabei setzten die Gäste besonders aus dem Spiel heraus immer wieder Nadelstiche. Mit viel Übersicht passte Aretz an der Strafraumgrenze auf Heyer, der dann aber aus kurzer Distanz am stark reagierenden Kauert scheiterte (17.).

Zwei Minuten später dann die Führung nach einem tollen Konter: Aretz schickte Ibis Renda steil, dessen scharfe Hereingabe wuchtete Heyer aufs Tor, und es kam zu besagter Szene mit dem vermeintlichen Rückpass. Den Freistoß verwertete Heyer mit einem krachenden Flachschuss zur glücklichen Führung (19.). Das Spiel der Gäste nahm immer mehr Fahrt auf. Aus 20 Metern traf Aretz nur die Latte (22.). Wenig später scheiterte er ebenso an Kauert (28.) wie Heyer (35.).

Oberwinter gelang es vor allem im ersten Abschnitt nicht, sich zu befreien. So blieb es bei nur einer guten Chance vor der Pause, als Gemein nach einem sehenswerten Pass von Sonntag frei an Schlussmann Hüneke scheiterte (41.). Nach der Pause verteidigte der TuS höher und ging mehr Risiko.

Das sollte sich auszahlen: Sonntag flankte auf den völlig frei stehenden Mirco Koll, der volley zum 1:1-Ausgleich vollendete (55.). Damit war der Ansturm der Hausherren aber auch schon wieder vorüber. Das Niveau der Partie verflachte, wobei Mülheim-Kärlich noch beste Chancen ausließ. Doch weder Heyer (61.) aus fünf Metern frei vor Kauert noch Aretz aus ähnlicher Distanz (64.) konnten den Schlussmann überwinden.

Im Schlussspurt drängte Oberwinter auf den Siegtreffer, ließ im Abschluss aber die nötige Ruhe und Zielsicherheit vermissen. Jaber tauchte frei vor Torwart Hüneke auf, brachte aber nur ein harmloses Schüsschen zustande. „Wir haben uns letztendlich den Punktgewinn erarbeitet. Auf beiden Seiten waren gute Chancen da, das Spiel zu entscheiden – am Ende ist das Ergebnis gerecht“, resümierte Lopez. Horst Bach