Heute startet unsere Rubrik „1:0 oder 4:3 – wie ticken unsere Trainer?“

Wir beginnen mit unseren Trainern der E1 (U11). Andreas und Mutlu haben mit ihrem Team ein unglaubliches Jahr 2018 gespielt und sind auch für 2019 wieder voller Tatendrang – dazu aber später mehr.Starten wir mit der Frage, welche alle Trainer beantworten müssen: Andreas und Mutlu, 1:0 oder 4:3?

Antwort Mutlu: Mir persönlich ist ein 1:0 lieber. Spiele die torreich enden – wie ein 4:3 – können in beide Richtungen gehen. Der Sieger kann der eine, sowie der andere sein.

Antwort Andreas: Wir sind auf jeden Fall mehr eine 1:0 als ein 4:3 Mannschaft. Keine Tore bekommen und nur so viele schießen, wie es ein Sieg erfordert. Das ist effizient und nicht so nervenraubend, wie durch Anschlusstreffer des Gegners gejagt zu werden oder krasser noch: einem Rückstand hinterherzulaufen.


Kommen wir nun auf die erste Saisonhälfte zurück. Ihr habt die Leistungsklasse Runde 1 mit neun Siegen aus neun Spielen und einem Torverhältnis von 64:1 abgeschlossen. Den Tabellenzweiten RW Koblenz habt ihr im Hinspiel 5:0 geschlagen. Erstmal die Frage: war das in der Form zu erwarten oder ist es schon etwas überraschend, dass ihr so dominant durch das Jahr 2018 marschiert seid?

Antwort Andreas: Nach dem Verlauf unseres ersten E-Jugend-Jahrs war uns schon klar, dass wir uns als älterer Jahrgang durchsetzen könnten. Unseren fast ausschließlich älteren Gegnern haben wir es nie leicht gemacht. Das ließ für diese Saison hoffen. Es wäre aber vermessen gewesen, von Beginn an zu glauben, dass die Jungs das so souverän meistern. Spiele in der E-Jugend sind häufig sehr torreich. Meistens liegt das an individuell starken Spielern, die ein Tor nach dem anderen knipsen. Wir unterscheiden uns an dem Punkt von vielen Mannschaften: wir verteidigen als Mannschaft sehr geschlossen und engagiert. Nicht die 64 im Torverhältnis, sondern die 1 zeigt unsere Stärke. Wir sind stolz auf unser Team und die Leistungen der Hinrunde. Wichtiger ist uns aber die persönliche Entwicklung und das Reifen der Jungs zu einer Mannschaft, die durch Dick und Dünn geht.

Antwort Mutlu: Die Hinrunde war natürlich von dem Team überragend gespielt, da steckt viel Arbeit hinter. Die Jungs haben vieles sehr gut umgesetzt: technisch und – für eine U11 – auch taktisch. Wobei ich wirklich das Taktische für 4. bis 5. Klässler hervorheben möchte! Das ist nicht unbedingt selbstverständlich in dem Alter. Viele Torleute in dem Alter schlagen den Ball nur weit ab, wo hingegen unsere Jungs schon sehr geordnet eine Spieleröffnung machen. Hinzu kommt natürlich noch die mannschaftliche Geschlossenheit der Jungs. Aber dass die Hauptrunde der Leistungsklasse kein Selbstläufer wird, haben die ersten 2 Spiele schon gezeigt.


Seit Ende Oktober 2018 läuft die Leistungsklasse Runde 2. Nach drei Spielen steht ihr auch hier wieder an erster Stelle. Neben dem Gewinnen von Spielen, spielt das Ausbilden der Spieler ja eine große, eigentlich sogar die größte Rolle. Was treibt euch als Trainer an, die Jungs von Tag zu Tag zu verbessern und ein abwechslungsreiches Training zu bieten?

Antwort Mutlu: Es ist schön zu sehen, wie die Jungs sich als Team entwickeln und sich neuen Herausforderungen stellen. Bei vielen Siegen muss man immer aufpassen, nicht überheblich zu werden und auf dem Boden zu bleiben. Die Mannschaft arbeitet sehr konzentriert. Wenn ich mir die Mannschaft heute anschaue, blicke ich gerne auf deren Bambini-Zeiten zurück. Das Gros der Mannschaft besteht aus Jungs, die seit ihren ersten Paar Fußballschuhen bei uns spielen. Es ist toll anzusehen, wie sich das Team entwickelt hat. Besser geht natürlich immer und daran arbeiten wir gemeinsam.

Antwort Andreas: Genauso ist es. Zu sehen, wie die Jungs sich entwickeln und als Team zusammenwachsen, gibt am meisten Kraft und Motivation. Die Hinrunde war sicherlich sehr erfolgreich. Wir wissen aber auch, dass „der Nikolaus noch nie der Osterhase war“. In der Rückrunde muss sich das Team neu beweisen. Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei sicherlich eine gute Ausbildung und so schließt das eine das andere nicht aus. Gute Ausbildung und Entwicklung führt am Ende zu sportlichem Erfolg – aber nur so herum wird ein Schuh daraus. Daher setzen wir weiter vor Allem auf eine gute Ausbildung! Der Erfolg wird sich dann schon einstellen – und wenn nicht, dann ist das auch ok.


Welche Schwerpunkte setzt ihr in der Ausbildung bzw. im Training mit den Kindern? Was liegt euch besonders am Herzen?

Antwort Andreas: Was die konkreten Trainingsinhalte angeht, achten wir aktuell darauf, dass die Grundtechniken weiter gefestigt und auch unter Gegnerdruck sicherer werden. Aber auch das Individualverhalten im 1 gegen 1 und den Torabschluss wollen wir verbessern. Weiter werden wir den Spielaufbau fokussieren und natürlich werden wir das Team auch auf das 9er-Feld vorbereiten. Es steht also einiges an. Neben all dem technischen, geht es uns aber besonders um die Entwicklung der Mannschaft, das Stärken unseres Wir-Gefühls aber auch um die individuelle mentale Stärke.

Antwort Mutlu: Ja richtig. Fußball ist und bleibt ein Mannschaftssport. Was wir daher den Jungs auch immer sagen: Nur gemeinsam sind wir stark. Dazu gehört jeder Einzelne. Lernen, wie man gemeinsam Probleme löst, ohne dabei in irgendeiner Form unfair oder unsportlich zu werden. Respekt gegenüber dem Gegner und dem Mitspieler ist uns besonders wichtig, egal wie das Spiel auch ausgehen mag.


Zu guter Letzt wollen wir einen Ausblick auf die restliche Saison wagen. Welche Ziele seht ihr für die kommenden Monate?

Antwort Mutlu: Ich persönlich würde gerne das Double schaffen, allerdings ist Fußball bekanntlich kein Wunschkonzert. Dafür müssen wir als Team zusammenhalten. Ob es dann am Ende nur zu einem Titel reicht oder zu keinem, werden wir sehen. Solange wir wissen, dass wir alles gegeben haben und nichts unversucht lassen, ist alles ok. Wichtig ist mir der schöne Fußball, den wir in der Hinrunde gezeigt habe. Gute Laufwege, sichere Pässe, teilweise 70-80% Ballbesitz und ansonsten viel druckvollen Fußball.

Antwort Andreas: Den Pokal und die Meisterschaft zu holen, wäre eine schöne Belohnung für die Jungs. Wie Mutlu aber schon sagt: wir versteifen uns nicht darauf. Die Jungs sollen zeigen was sie können und engagiert sein. Wenn es dann am Ende nicht reicht, ist das überhaupt nicht schlimm. Den Jungs dann vorzuleben, wie man auch mit Niederlagen und nicht erreichten Zielen souverän umgehen kann, macht einen vielleicht mehr zum besseren Fußballer und fairen Sportler, als am Ende das H-U-M-B-A anzustimmen.


DANKE für die Einblicke in eure tägliche Arbeit als Trainerteam. Macht weiter so, ihr seid ein tolles Team!