1. Mannschaft mit erstem Auswärtssieg der Saison

Rheinlandliga 13. Spieltag

TuS Oberwinter – SG 2000 Mülheim-Kärlich 0:2 (0:0)

0:1 Christoph Rönz (65.)
0:2 Daniel Dohmen (76.)

Aufstellung SG

Auswechselungen

62. M. Rönz für Mahmud
75. Lauer für Kuhn
90. Weeser für Henrich

 

Spielbericht RZ:

Oberwinter offenbart bekannte Schwächen – Mülheim-Kärlich gewinnt verdient

Der TuS Oberwinter tritt im Tabellenkeller der Fußball-Rheinlandliga weiter auf der Stelle. Gegen die SG Mülheim-Kärlich zeigte der Tabellenletzte zwar 45 Minuten lang durchaus eine couragierte und spielerisch ansprechende Leistung, unterlag dann aber den Gästen doch noch nicht unverdient 0:2 (0:0).

 Der Niedergang setzt sich fort für den TuS Oberwinter (rechts Mario Müller), der mit dem 0:2 zu Hause gegen die SG Mülheim-Kärlich die neunte Niederlage im 13. Saisonspiel kassierte. Foto: Vollrath

Der Niedergang setzt sich fort für den TuS Oberwinter (rechts Mario Müller), der mit dem 0:2 zu Hause gegen die SG Mülheim-Kärlich die neunte Niederlage im 13. Saisonspiel kassierte.
Foto: Vollrath
 

Trainer Tomas Lopez wirkte nach der sechsten Saisonniederlage zwar nicht ratlos, aber dennoch sichtlich enttäuscht: „Die erste Halbzeit von uns war wirklich gut. Wir haben defensiv gut gestanden, wir haben auch gut nach vorn gespielt. Nach der Pause waren wir eigentlich gar nicht mehr vorhanden. Unterm Strich ist es eine verdiente Niederlage. Absolut unzufrieden bin ich mit der Chancenverwertung.“

Drei, vier hochkarätige Chancen hatte er im ersten Durchgang gesehen. Die beste Gelegenheit hatte Jonas Jaber unbedrängt und völlig frei vor dem leeren Mülheimer Tor vergeigt (25.).

Freilich waren auch die Gäste nicht ganz untätig. So meinte SG-Trainer Michel Maur: „Wir hatten im ersten Durchgang die klareren Chancen, da mussten wir eigentlich auch in Führung gehen. Vom Fußballerischen und von der Spielanlage her haben wir alles besser gemacht als Oberwinter.“ Sein Fazit: „Alles in allem war’s ein Abnutzungskampf – heute hat die Qualität der Standards die Partie entschieden.“

Gut 125 Zuschauer erlebten von Beginn an eine rasante und sehenswerte erste Halbzeit. Mülheim-Kärlich stellte dabei von Beginn das bessere Team. Die Gäste agierten griffig in den Zweikämpfen, handlungsschnell im Umschaltspiel und agierten gefährlich über die Flügel. Gerade mal zwei Minuten waren gespielt, als Christoph Rönz mit Leichtigkeit die gesamte Oberwinterer Defensive umkurvte, die Gelegenheit aber überhastet verstreichen ließ.

Auf der anderen Seite machten auch die Hausherren schnell klar, dass sie unbedingt den ersten Heimsieg anstrebten. Gleich bei ihrer ersten Offensivaktion bediente René Ebersbach den auf der Außenbahn durchstartenden Dannyking Beya-Kafunda, der jedoch in aussichtsreicher Position überhastet vergab (9.). Mülheim-Kärlich verdaute die Schrecksekunde gut. Und so setzten die Gäste besonders aus dem Spiel heraus immer wieder Nadelstiche. Mit viel Übersicht passte Christoph Rönz auf Majdi Mahmud, der am stark reagierenden TuS-Schlussmann Benjamin Kauert scheiterte (10.). Aus rund 20 Metern kam Christoph Rönz recht unbedrängt zum Abschluss, schoss aber denkbar knapp über die Querlatte (17.). Oberwinter ließ sich aber nicht beirren. Der TuS dominierte nun sogar phasenweise das Geschehen. Dabei gelang es den Hausherren vor allem, spielerisch in die Mülheimer Gefahrenzone vorzustoßen, allerdings erfolglos: Beya-Kafunda scheiterte erneut am aufmerksamen SG-Schlussmann Moritz Weißenborn (19.).

Nach einem Konter folgte die beste Gelegenheit der gesamten Partie für den TuS, als Jaber frei stehend aus ganz kurzer Distanz übers Tor schoss. Doch Mülheim-Kärlich blieb die Antwort nicht schuldig und versetzte dem Tabellenletzten Oberwinter einen weiteren Schreckmoment. Der schon geschlagene Torhüter Kauert konnte bei einem Schuss von Christoph Rönz nur hinterherschauen, doch der Ball knallte an die Latte (38.).

Besonders im zweiten Durchgang offenbarten sich dann aber die bekannten Schwächen der Gastgeber. Die Abwehr agierte leichtfertig und teils überfordert, das Mittelfeld war so gut wie nicht mehr vorhanden, und der Sturm verschwand in der Versenkung. Hinzu kamen technische Mängel in der Ballannahme, mangelnde Präzision im Kombinationsspiel und maues Tempo in der Vorwärtsbewegung.

Das bevorzugte Stilmittel vom TuS Oberwinter war somit nur der lange Schlag ins Niemandsland. „Mit vielen Fehlern, drucklosem Spiel und unkonzentrierten Aktionen in der Abwehr haben wir uns selbst in die Bredouille gebracht“, klagte Lopez später.

Die Gäste suchten nun Lücken und fanden sie auch: Nach einer Freistoßvorlage von Fadou Ouro-Djeri nutzte Rönz einen Querschläger im Strafraum der Gastgeber zum 1:0 für Mülheim-Kärlich (65.). Defensiv bekamen die Gäste nun nichts mehr zu tun. So erhöhten sie nochmals die Schlagzahl.

Nach einem Standard von Sebastian Mintgen leistete sich Ebersbach einen fatalen Fehltritt ins Leere und ermöglichte Daniel Dohmen damit das 2:0 (77.) – es war die Entscheidung. Horst Bach